Gewehre Ende 18. bis Ende 19. Jahrhundert

Die Entwicklung der Feuerwaffen nahm in Europa zu Beginn des 14. Jh. seinen Einzug in die Militärtechnik. Bis in die letzte Hälfte des 19. Jh. basierte sie dabei auf einem Gemisch von Holzkohle, Salpeter und Schwefel – dem Schwarzpulver.

Eine Feuerwaffe besteht aus dem Lauf, einem an einem Ende geschlossenen Rohr mit einem Zündloch. Der Lauf wurde auf einen Schaft montiert, um ihn handhabbar zu machen. Bis zur Einführung der Metallpatrone und wirksameren Treibmitteln wurde das Pulver lose in die Laufmündung geschüttet und das Geschoss, meistens eine Bleikugel, eingeführt und mit einem Pfropfen aus Textil oder Papier gasdicht verdämmt. Wurde zunächst die Ladung mit einer glimmenden Lunte am Zündloch entzündet, entwickelten sich verschiedene Zündtechniken, die das Zielen verbessern und den sicheren Abschuss gewährleisten sollten. Sogenannte Schlösser, mit teilweise komplizierter Mechanik wurden in den Schaft eingebaut: Nach dem Luntenschloss, folgte das Rad-, Stein- und das Perkussionsschloss. Das Luntenschloss führte die Lunte sicher zum Zündloch, während später durch ein geriffeltes Rad und noch später durch einen Feuerstein Funken geschlagen wurden, die in einer Pulverpfanne eine kleine Pulverladung zur Zündung brachten, die wiederum die Hauptladung durch das Zündloch zündete. Diese Schlösser waren nicht wetterfest, bis durch das Perkussionsschloss mittels druckempfindlicher Zündpille auf einem Zündkanal Abhilfe geschaffen werden konnte.

Im Laufe des 19. Jh. wurden verschiedene Hinterlader- und Zündsysteme entwickelt, die dem Soldaten die Handhabung und Schießgeschwindigkeit nochmals erleichtern sollten. Die Ladung wurde nun von hinten in den Lauf eingebracht und danach mechanisch verschlossen. Die Zündung erfolgte bald durch eine Nadel, die direkt auf die Ladung einwirkte, später mit einem Bolzen auf die Zündpille einer Metallpatrone. Die Patrone, die Treibladung und Geschoß miteinander vereinte, ermöglichte die Magazinierung von mehreren Patronen in einem Gewehr.

Da der Infanterist entsprechend der Entwicklung nur etwa 3 Schuss in der Minute abgeben konnte, führte er Anfangs eine auf das Gewehr aufpflanzbare Klinge mit sich – das Bajonett. Es diente – theoretisch – dem Nahkampf und stellt eigentlich die letzte Klingenwaffe dar, die der Infanterist bis heute trägt.
Das Luftgewehr ist eine parallele Entwicklung, die kurzeitig in Österreich im frühen 19. Jh. auch militärisch eingesetzt wurde. Der verfügbare Luftdruck erreichte jedoch nicht die Leistungskraft, um als Kriegswaffe erfolgreich zu sein.

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