Klingenwaffen

Handgeführte Klingenwaffen besaßen als persönliche Waffen des Kriegers zu allen Zeiten eine besondere Bedeutung.
Das mittelalterliche Schwert erfuhr ebenso eine Idealisierung wie dessen Träger, der Ritter. Als Waffe des Edelmannes und des Kavaliers zeugte es von seiner persönlichen Freiheit und Wehrhaftigkeit und gehörte noch bis zum Anfang des 19. Jh. in Europa und in vielen Kulturkreisen der Welt noch heute zur zivilen Ausstattung. Als Zeremonialobjekt, wie das Reichsschwert, erhielt es höchsten Symbolcharakter.
Im militärischen Bereich dagegen schwankte über die Jahrhunderte die Bedeutung dessen Einsatzes, dennoch gehörte es zu den wichtigsten persönlichen Waffen. Während in der Antike, in Mittelalter und Frühneuzeit dem Schwert zuweilen auch ein hoher materieller Wert und einzelnen auch legendärer Hintergrund (Siegfrieds Balmung, Arthurs Excalibur, Rolands Durendal) zukam, wurde die Klingenwaffe in der Neuzeit als Degen oder Säbel hauptsächlich von Offizieren und Kavalleristen geführt, von letzteren als Hauptwaffe.
Das Schwert und später der Degen, mit besonders geformtem Schutz für die Hand (das Gefäß), besitzt immer eine gerade Klinge und ist besonders für den Stich geeignet, aber auch für den Hieb. Der Säbel hat immer eine gekrümmte Klinge und ist besonders für den Hieb gedacht, wo er durch die Krümmung beim Auftreffen schneidend wirkt.
Beide Klingenformen kamen seit der Antike parallel vor, je nach Kulturkreis unterschiedlich stark vertreten.
In Europa wurden seit dem Mittelalter hauptsächlich gerade Klingen geführt.
Durch orientalischen und osteuropäischen Einfluss hielt der Säbel seit Mitte des 17. Jh., besonders für Reiter, im Militär Einzug.

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