Römische Geschütze

Die antike römische Armee war in ihrer Zeit die professionellste und fortschrittlichste in der damals bekannten Welt. Die Legionäre, die im 1. Jh. n. Chr. das römische Reich zur größten Ausdehnung verhalfen, waren sowohl disziplinierte Soldaten als auch fähige Handwerker. Sie bauten eine Vielzahl von befestigten Straßen und Lagern entlang ihrer Vormarschrouten und Grenzen.
Auch die antike Belagerungskunst wurde von ihnen beherrscht. Gegnerische Städte und Lager wurden in der Regel vollständig eingeschlossen und entweder ausgehungert oder gestürmt. Zu der Ausstattung jeder Legion gehörten daher auch Belagerungsgeräte. Zu ihnen zählten Geschütze, die ihre Federenergie nach dem Torsionsprinzip entwickelten:
Ein Bündel aus Fasern, meist Pferdeschweifhaar oder Sehnen, wurde in einem Rahmen aufgehängt, mittig mit einem Hebel versehen und an den Aufhängungspunkten verdreht. Durch einen Seilzug wurde der Hebel gespannt, arretiert und die Energie somit gespeichert. Der Hebel bildete gleichzeitig den Wurfarm für das Geschoss. Das Prinzip war noch im Mittelalter bekannt.

Nach diesem Prinzip gab es zwei verschiedene römische Geschützmodelle:
Der Onager (lat. Wildesel) mit einem Torsionsbündel, welches Steine o.ä. über eine stark gekrümmte Flugbahn verschoss und den Scorpio (lat. Skorpion) mit zwei Rutenbündeln für befiederte Bolzen. Der Onager eignete sich besonders für den Beschuss von Gebäuden oder Zielen hinter Deckung, während die Bolzen des Skorpions mit ihrer flachen Flugbahn gegen Punktziele einsetzbar waren. Der belagerte Gegner konnte also in seiner Verteidigungsstellung mit dem Skorpion niedergehalten werden, während der Onager Ziele dahinter unter Beschuss nahm.
Besonders vom Skorpion gab es verschieden große Ausführungen, die teilweise auch Steinkugeln oder Bleigeschosse verschossen.
Von den hier gezeigten Modellen entspricht der Skorpion durchaus überlieferten Dimensionen, während der Onager etwa den Maßstab 1:3 besitzt.

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