Rüstungen Ende des 16. Jahrhunderts

Der mit vollständigem Harnisch gerüstete Krieger oder Ritter ist heute das Sinnbild des gesamten Mittelalters. Das sehr flexible Kettenhemd schützte den Körper, in der Regel zusammen mit einem gepolsterten Gewand. Mit der Zeit wurden zunehmend Stahlbleche verwendet, die entsprechend der Anatomie des Trägers geformt waren und Rumpf, Arme und Beine schützten. Zum Ende des Mittelalters (um 1500) war der Krieger von Kopf bis Fuß vollständig durch einen Plattenharnisch geschützt. Die Rüstungsschmiede hatte ihren Höhepunkt erreicht.

Zu dieser Zeit war die schlachtentscheidende Bedeutung des hochgerüsteten Ritters zu Pferd bereits dem Untergang geweiht. Es wurde vermehrt zu Fuß gekämpft und dabei war ein vollständiger Harnisch hinderlich. Er schützte auch nur noch sehr eingeschränkt vor den immer leistungsfähigeren und verbreiteten Feuerwaffen. So kamen halbe und Dreiviertelharnische auf, die mehr Bewegungsfreiheit zuließen. Sie wurden zunehmend auch von leichten Reitern getragen.

Der Reiter, der am Kampfgetümmel zu Pferd teilnahm, schützte seinen Kopf durch einen geschlossenen Visierhelm. Der Fußsoldat bevorzugte und brauchte Helme mit besserem Gesichtsfeld.

Die hier gezeigten Harnische stammen aus der Zeit um 1580 und entsprechen, unabhängig, ob von Reiter oder Fußsoldat getragen, dem gleichen Muster: Das Bruststück weist den größten Materialdurchmesser auf. Als „Talpulbrust“ bezeichnet läuft es am Bauch spitz zu, um Lanzenstöße und Geschosse abgleiten zu lassen und wird mit dem dünneren Rückenstück ergänzt.

Als oberer Abschluss dient der Harnischkragen mit, in diesen Fällen, kurzen lamellenartigen Schulterstücken. Die Oberschenkel werden durch Beintaschen geschützt. Vollharnische wurden nur noch selten im Gefecht getragen. Rüstungen dieser Art wurden noch im 30-jährigen-Krieg getragen und als Beutestücke auch von niederen Soldatenrängen.

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