Stangenwaffen, 16. bis 19. Jahrhundert

Die einfache Lanze oder Speer, zunächst mit Knochen-, Geweih- oder Feuersteinspitze, gehört wohl zu den ältesten Waffenkonzepten der Menschheit.
Stangenwaffen aller Art gehörten zu der Grundausrüstung besonders der zu Fuß kämpfenden Krieger und Soldaten. Aber auch Berittene führten im Mittelalter eine lange Lanze, die im Verlauf der frühneuzeitlichen Kriegsgeschichte außer Mode kam, um im 19. Jh.und sogar bis zum Anfang des 1. Weltkrieges als Kavallerielanze wiederentdeckt zu werden.
Leicht herstellbar konnten Stangenwaffen durch ihre große Reichweite sehr effektiv eingesetzt werden. So bewaffnete Kriegerhaufen, in enger Formation konnten sich igelartig nach allen Seiten, besonders gegen Reiter und deren Pferde, verteidigen.
Andererseits konnte eine vom Reiter geführte Stoßlanze durch die Reitgeschwindigkeit eine hohe Durchschlagskraft entwickeln.
Das Spektrum der Stangenwaffen der Infanterie reichte von einfachen, mehrere Meter langen Piken mit einfacher Spitze, bis hin zu großflächigen Klingen und Spitzen.
Sogenannte Helmbarten (oder Hellebarden – Halm = Stiel, Barden = Axt, Beil) mit breiter seitlicher Schneide, oder Haken, oder Roßschinder mit vielen Spitzen und Haken, konnten durch das schwunghafte beidhändige Führen eine erhebliche Kraft entwickeln und sogar Harnische durchschlagen. Mit gebogenen Haken konnten Reiter von ihren Pferden gezogen werden.
Während der Bauernkriege wurde vielfach landwirtschaftliches Werkzeug mit langen Stielen versehen, oder so umgearbeitet, so dass es als improvisierte, aber wirksame Waffen zum Einsatz kamen.
Helmbarten verloren im Laufe der Zeit ihre eigentliche Funktion und wurden neben Spontonen und Partisanen im 18. bis Anfang 19. Jh. als Offizierswaffe, Rangabzeichen oder Zeremonialwaffe geführt.

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